Zur gegenwärtigen politischen Weltlage

Die gegenwärtige Lage könnte als „Frères et Cochons-Politik“ bezeichnet werden: Waren vor der übernommenen Machtpolitik von Trump die Amerikaner*innen doch in gewisser Weise Garant gegen autoritäre Machthaber*innen in der Welt und halfen z. B. der Ukraine im Überlebenskampf gegen die Russland, so biedert sich Trump jetzt Putin an, fordert von der Ukraine ein Teil ihrer Bodenschätze, will die Palästinenser*innen in Gaza ausgrenzen und dort ein amerikanisches Ferienressort bauen, nimmt die rumänische Justiz unter Druck, weil sie einem rechtsradikaler Politiker ein politisches Amt verweigern will, der notabene die Bodenschätze von Gold in Rümanien ausbeuten will, unterdrückt Länder mit Zöllen, um sie der amerikanischen Politik gefügig zu machen, unterstützt in Europa rechtsradikale Parteien, die Putin freundlich sind,
lässt Musk als Vertreter der Hochfinanz in Amerika mitregieren, damit die Reichsten noch reicher werden können und ihre Profite maximieren können, versucht in Amerika alle mundtot zu machen, die nicht seiner Meinung sind. Die Liste der politischen „ Greueltaten“ der Trump-Administration könnte leicht verlängert werden.

Diese totale Kehrtwende der USA- Administration in den letzten paar Wochen,
zeigen einen eklatanten Paradigma Wechsel: Waren es vorher die Amerikaner, die als reichstes Land überall in der Welt finanziell, aber auch moralisch halfen, wo Not vorhanden war, verbrüdert sich jetzt Trump mit den autoritärsten Machthaber und politischen Bewegungen und lobt ihre Politik. Plötzlich sind diese autoritären und amoralischen Potentaten von den Amerikanern umworben. Warum diese katastrophale Wende? Mit Trump ist nun Amerika auch im Klub der Herrscher, die eine menschenverachtende Politik treiben. Man verbrüdert sich, um die „schweinische“ inhumane Politik gemeinsam zu akzeptieren. Das nenne ich „Frères et Cochons-Politik“. Diese gegenseitige Unterstützung des Amoralischen kennt man an vielen Stammtischen. War vorher das Völkerrecht noch Leitlinie der westlichen Politik, ist es nun die Machtpolitik, wo der Stärkere recht hat.

Und es wird augenfällig, dass die Hochfinanz diese Politik unterstützt, weil das für sie lukrativ ist. Dieses „Dejavue“ hatten wir bei der Machtergreifung von Hitler. Der Kapitalismus in seiner katastrophalsten Auswirkungen zeigt sich eklatant.

Ein Phänomen in dieser „Weltenwende“ zeigt sich in der politischen Abwende Amerikas von Europa. Schrien wir als Student*innen in Sechzigerjahre noch „Ami go home“, waren wir später froh, dass Amerika in der Ukraine half ihr Land zu verteidigen, so sind wir zunächst heute entsetzt, dass Amerika plötzlich putinfreundlich ist und seinen militärischen Schutz zurücknimmt. Doch vielleicht ist das auch eine Chance, dass Europa selbständig wird, gegen Osten wie gegen Westen. Das ist natürlich eine Mammutaufgabe. Doch brauchte es in Europa diese kraftvolle Mitte und Persönlichkeiten, um diese gemeinsame Politik zu verwirklichen. Oder ist Europa auch schon zu stark angefault von dieser rechtsradikalen Seuche und nicht mehr zu retten?

Das eklatante Ereignis Ende Februar 25 in Trumps Office ist das geplatzte Gespräch zwischen Selenski und Trump: Es ging um den Vertrag über die Bodenschätze in der Ukraine. Dieser Vertrag sollte den USA diese Bodenschätze sichern, allerdings ohne Gegenleistung. Selenski wollte Sicherheitsgarantien dafür. Es ist gut möglich , dass der Eklat von seitens Trumps geplant war. So kann Trump darauf hinweisen, dass ein Waffenstillstand durch diese Weigerung Selenskis unmöglich wird.

Ereignisse im Januar und Februar 2025:

2 Februar: Der Film im Inser Kino über Nahtoderlebnisse ist eindrücklich und ist gut besucht.

9 Januar:Lis Kocher, Malerin in Magglingen ist bei uns zu Besuch. Sie ist Cousine von Ueli und hat den gleichen Jahrgang. Erstaunlich ihre Persönlichkeit, die jahrelang auf Hochsee segelte und seit jungen Jahren, sie war auf einem Lehrerseminar, als bildende Künstlerin Grosses leistet. Sie in der Kulturwelt von Biel stark vernetzt.

10 Januar: Vernissage bei Michel in Trubschachen an einer Bilderausstellung. Ein Enkel von Michel zeigt eindrückliche Malereien. Ein Jugend-Jazz-Orchester spielt formitabel Musik.

11 Januar: Kamila und ich sind wieder an den zweimal jährlich stattfindenden Ateliervorträge der Familie Müller im ehemaligen Atelier von Ernst Müller. Diesmal hielt Thomas Bohren einen exzellenten Vortrag über okkulte Zusammenhänge in der Geschichte. Thomas war vor Jahren im Schlössli Klassenlehrer.

15 Januar: Die Geschäftsleitung der Stiftung Seiler Ins veranstaltet einen Zukunftstag. Sie erarbeiten Möglichkeiten in die Zukunft in Bezug auf die Erneuerungen und Neubauten der fast zwanzig Häuser der Stiftung. Da gibt es interessante Vorschläge. Doch will sich die Stiftung auch nicht in einer Strategie festlegen, wie die Zukunft dann aussehen soll. Es soll lebendig beobachtet werden, was sich in der Gegenwart organisch werden lässt. Und doch ist es wichtig, dass sich Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft gegenseitig befruchten.

17 Januar: Christine und Konrad von Evilar sind bei uns zum Zmittag. Dann zeigen wir ihnen noch das Schlössli. Wir kennen sie aus dem Freundeskreis von Tom und Nell aus Dotzigen. Christine kennen wir auch als wunderbare Malerin. Eine Magierin der Farben.

18 Januar: Ueli ist an der Jahrestagung der FPV in Laupen. Diese Vereinigung von vorwiegend Staatschulleher*innen, die versuchen anthroposophische Pädagogik in öffentlichen Schulen zu verwirklichen, gegründet noch von Prof Friedrich Eymann, sind seit Ende der dreissiger Jahren am Werk. Allerdings kämpft sie auch mit starkem Mitgliederschwund.Man konnten bei dieser Gelegenheit das Schloss Laupen besichtigen. Sehr eindrücklich.

24 Januar: Kamila und Ueli besuchen mit Freunden die Solothurnfilmtage. Der Sohn von Kamila und Ueli, Manuel zeigt u. a. sein tschechischer Kurzfilm „Zinie Monologi“.

25 Januar: Überraschend gewinnt Manuel den ersten Preis bei den Kurzfilmen.

26 Februar: Im Inser Kino wird der Greina Film über den Künstler Bryan Cyrill Thursten gezeigt. Sein Sohn ist der Regisseur dieses Filmes. Bryan kämpfte anfangs der Achzigerjahre in Graubünden um die Erhaltung der Greinahochebene. Er zeichnete und malte das Natur-Reservat tausenfältig und konnte so mit Freunden diese Hochebene retten, in dem dort kein Stausee gebaut wurde. Ich war 1983 mit einer 10. Klasse auf einer Wanderung zwischen Ins und Chur und konnten dort mit dem Umweltschützer Flurin Maissen in Kontakt kommen. Der Film aktivierte die Erinnerungen von damals.

30 Januar: Ueli wurde von seiner Tochter Radwina eingeladen zu einer Veranstaltung der Sternwarte und Planetarium in Niedermuhlern, der „Space Eye“. Das Zentrum beherbergt einer der besten Sternwarte der Schweiz. Dazu das Planetarium und digitale Informationen über die Weltraumfahrt. Wir konnten zwar witterungsbedingt keine Sterne sehen, doch die Informationen waren kolossal. Begeisternd.

4 Februar: Ueli gibt in der Schule Campus InsNeuland einen Farbenkurs.

5 Februar: Im Kirchgemeindehaus Ins ist Vortrag über die Hugenotten Waldenser in der Schweiz. Eindrücklich sind die Fluchtströme längs dem Jurafuss durch das Seeland, dann nach Deutschland. Die Hugenotten begründeten den Gemüseanbau, die Uhrenindustrie und die Textilfabrikation in der Schweiz. Hier zeigt sich das Flüchtlinge auch zu kreativen Innovationen hier Zulande führen können. Unser Feirefis in Südfrankreich war nahe dem Zentrum der Hugenotten. So erfuhren wir viel von dem Kampf und Kultur dieser Religionsgemeinschaft. Es ist möglich, dass das Wort Hugenotten von „Eidgenossen“ stammt. Schliesslich kam diese Glaubensrichtung von Calvins Genf.

6 Februar: Kino Ins zeigt den Musikfilm über dem berühmten Jazzpianisten Erol Garner. Begeisternd diese Persönlichkeit und seine Frau. Hier zeigt sich eindrücklich diese humanistische Kultur der Schwarzen in Amerika.

20 Februar: Der Film „Wir Erben“ von Simon Baumann im Inser Kino mit dem Regisseur. Grosse Menschenschlangen vor dem Kino. Nicht alle erhalten einen Platz. Eindrücklich diese Auseinandersetzung mit den Eltern, Ruedi und Stefanie Baumann.Das Dehbuch ist geschickt aufgebaut. Das Ganze ist locker, aber auch ernst, persönlich aber auch von gesellschaftlicher Relevanz. Ueli als damaliger Vizepräsident der „Freien Liste“, ermöglichte Ruedi als kritisierter SVP Mann, in die neue grüne Bewegung. Zuerst in den Grossen Rat, dann in den Nationalrat. Dort war er mit seiner Frau Stefanie, die SP Nationalrätin war, ein beliebtes Polit-Paar.

21 Februar: Im Rathaus zu Bern gibt es einen Vortrag von Peter Selg zum hundersten Todestag von Rudolf Steiner. Hier fand 1924 der Vortrag von Rudolf Steiner über seine ganzheitliche Pädagogik statt. Diesen Vortrag hörte Professor Friedrich Eymann und bekam den Impuls für die Gründung der FPV. Der Vortrag von Peter Selg war überaus eindrücklich, weil er sich auf das äussere und innere Erscheinen von Rudolf Steiner beschränkte. Der Rathaussaal und die Emporen waren voll besetzt. Im Foye war eine Präsentation von verschiedenen anthroposophischen Aktivitäten im Kanton Bern.

23 Februar: Kamila und Ueli besuchen Manda Seiler. Sie hatte eine Operation am linken Bein. Ihre Wohnung mitten in Bülach ist traumhaft. Dort trifft sie die Bülacherfreunde und gibt Gesangsunterricht.

28 Februar: Ueli besucht im Schlachthaus zu Bern eine besondere Aufführung der LettinVita Malahova. In diesem Theater zeigt Vita ihre Familiengeschichte in Lettland und Russland. Die Art, mit verschiedenen Sprachen -Lettisch, Russisch, Deutsch – und verschiedensten Kleidungstextilien die Personen und Zeiten darzustellen war wunderbar. Vita ist mit einem Schweizer verheiratet und lebt in einem unserer Schlösslihäuser.